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Gelenksabnutzung an Knie und Schultergelenk – helfen Stammzellen?

26.09.2011 | Keine Kommentare

Als Folge von Übergewicht und Überbeanspruchung durch Sport kommt es bei vielen Menschen schon in relativ jungen Jahren zu Gelenksproblemen. Betroffen sind meist Knie und Schultergelenke, bei älteren Personen zusätzlich noch Hüftgelenke. Oft werden bei solchen in der Medizin als Arthrose bezeichneten Erkrankungen abgesehen von Gewichtabnahme nur Physiotherapie und spezielles Training empfohlen. In der Folge wartet man zu. Verschlimmert sich der Zustand, wird ein künstliches Gelenk (Gelenksimplantat) eingesetzt. Allerdings kann ein künstliches Gelenk ein Natürliches nie ersetzen. Außerdem sind die mehrstündigen Operationen unter Vollnarkose kompliziert, aufwendig und teuer, in vielen Fällen sind Bluttransfusionen erforderlich.

Seit längerem wird die regenerative Kraft der Stammzellen in der Tiermedizin genutzt: So behandelt man die Gelenksprobleme von Rennpferden und Hunden erfolgreich mittels Stammzellen, die aus dem Fett dieser Tiere gewonnen werden. Die Stammzellen werden isoliert und unter streng sterilen Bedingungen in die betroffenen Gelenke injiziert. In den meisten Fällen mit Erfolg: Gelenksprobleme bessern sich, Knorpel scheint sich zu regenerieren. Was liegt näher, als dies auch beim Menschen zu machen?
Da ausgerechnet im Fett besonders viele Stammzellen enthalten sind, haben Ärzte, die in der kosmetischen Chirurgie arbeiten, als erste die Stammzellen als „Abfallprodukt“ der Fettabsaugung entdeckt. Somit ist die kosmetische Chirurgie, die eher mit plastischen Operationen, Brustvergrößerungen und Facelifts zu tun hat, die Speerspitze bei der Entwicklung von Stammzelltherapien zur Behebung „echter“ Probleme geworden.
Tatsächlich wird bereits weltweit in einigen Zentren genauso therapiert: Man saugt etwas Fett ab, isoliert die Stammzellen und injiziert sie in das betroffene Gelenk. Unmittelbar anschließend kommt es zu einer Schwellung, die zunächst die Beweglichkeit beeinträchtigt. Bereits nach einigen Wochen zeigt sich der therapeutische Effekt: Die Beweglichkeit verbessert sich, die Probleme verringern sich. Das alles erfolgt ambulant mit einem deutlich geringeren Aufwand und Risiko, als die Implantation von künstlichen Gelenken erfahrungsgemäß erfordern würde.

Ärzte sind sich noch nicht sicher, wie der Wirkmechanismus der Knorpelregeneration mittels Stammzellen im Details vor sich geht – entweder entstehen aus den injizierten Stammzellen tatsächlich neue Knorpelzellen, oder aber bestimmte Stoffe, die die Stammzellen freisetzen, bewirken eine Regeneration der bestehenden Knorpelzellen.

Für Patienten sind Fragen zum genauen Wirkungsmechanismus meist von untergeordneter Bedeutung – Hauptsache die Therapie wirkt und eine Verbesserung von Beweglichkeit und Befindlichkeit tritt ein! Werden Stammzellen also irgendwann künstliche Gelenke ersetzen können? Wahrscheinlich werden irreparabel geschädigte Gelenke auch in Zukunft durch Implantate ersetzt. So manchem Patienten, der unter einer Arthrose leidet, wird aber – rechtzeitig mit Stammzellen behandelt – soweit geholfen werden können, dass er sich – zumindest bis auf weiteres – ein künstliches Gelenk erspart.
Was meinen Sie zu dieser Entwicklung?

Ihr DDr. Heinrich

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