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Schützen kosmetische „Filler“ vor Krebs?

23.07.2013 | Keine Kommentare

Das hat kürzlich weltweit für Verwunderung gesorgt: Ein seltsames, nacktes Nagetier, das in selbstgegrabenen Gängen in Ostafrika lebt und dabei ähnlich wie Bienen und Termiten Völker bildet, scheint immun gegen Krebserkrankungen zu sein.

Diese „Nacktmulle“ sind auch deshalb sonderbar, weil sie ein ungewöhnlich hohes Alter erreichen: 30 Jahre. Ihre nahen Verwandten, Mäuse und Ratten, werden dagegen maximal 3 Jahre alt. Der Grund? Die Zellen der Nacktmulle produzieren offenbar sehr viel Hyaluronsäure, sehr ähnlich der, die in kosmetischen Füllstoffen („Fillern“) zur Faltenunterspritzung und Lippenvergrößerung bei danach verlangenden Damen eingespritzt wird. Und diese spezielle Hyaluronsäure (HMW-HA) scheint vor Krebs zu schützen. Das weiß man, weil Zellen von Nacktmullen, die immun gegen Krebs sind, Tumore bilden können, wenn man experimentell die Hyaluronsäure rund um sie entfernt hat.

Filler als Krebsschutz? Dann gäbe es ja einen sinnvollen Grund, sie einzusetzen. Wie Sie wissen, bin ich ein entschiedener Gegner des Injizierens von Fillern, seien sie aus Hyaluronsäure oder anderen Stoffen. Ich finde nämlich, dass sie zur Faltentherapie ungeeignet sind und stets ein unnatürliches Aussehen bewirken. Und dies, seit man sie vor 3.000 Jahren erstmals in der Zeit des Neuen Reiches in Ägypten bei Mumien eingesetzt hat, um deren Wangen schön rund erscheinen zu lassen.

Um Falten oder eingefallene Wangen an Lebenden zu glätten, die nachher möglichst nicht wie Mumien aussehen sollen, ist es ratsam, anders vorzugehen: Bioidentische Hormone (Hormonal Regeneration) und körpereigene Stammzellen packen den Hautalterungsprozess und die Gewebserschlaffung an der Wurzel. Auch aus dem Blut der Patientin gewonnenes Platelet-Rich Plasma (PRP) und Wachstumsfaktoren von Hautzellen (Skin Growth Factors) helfen, wenn sie schonend mit Mikronadeln in die Haut eingebracht werden. Symptomatische Einspritzungen von Fremdsubstanzen sind hingegen verzichtbar.

Wofür ist Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin zu gebrauchen?

Hyaluronsäure ist als Mittel der Hautdurchfeuchtung gut geeignet zur regelmäßigen Einnahme sowie zur Anwendung auf der Haut. Da wirkt sie – von innen und von außen – besser als die meisten teuren Cremes, weil sie Flüssigkeit bindet und die Haut vor Austrocknung und Faltenbildung schützt.

Und wie sieht es nun mit der Schutzwirkung vor Krebs aus?

Offenbar ist die Sorte Hyaluronsäure, die vor Krebs schützt (HMW-HA), etwas anders aufgebaut, als die normale, die wir verwenden. Sie hat größere Moleküle. Es wird gerade daran geforscht, wie verträglich und wirksam sie an Mäusen ist. Danach kommen wir Menschen dran. Bis Ärzte weltweit damit ausreichend therapeutische Erfahrung gemacht haben, wird vielleicht noch einige Zeit vergehen.

Jedenfalls halte ich Sie auf dem Laufenden. Bis dahin pflegt auch die normale Hyaluronsäure die Haut, schützt vor freien Radikalen und den schädlichen Auswirkungen des Sonnenlichts. Grund genug, sie regelmäßig einzunehmen und aufzutragen. Sie in Falten einzuspritzen ist allerdings unnötig,

meint Ihr DDr. Heinrich

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