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Steinzeitdiät: Gletschermumie Ötzi hatte keine Gewichtsprobleme…

06.06.2014 | Keine Kommentare

Als ein Bergsteiger Mitte der 90er Jahre am Similaungletscher auf die sterblichen Überreste eines Menschen stieß, sorgte dies für eine Sensation: Die Gletschermumie war etwa 5.250 Jahre alt und stammte somit aus der Jungsteinzeit. Unter den Eismassen wurde nicht nur der Körper außergewöhnlich gut konserviert, auch der Mageninhalt des als „Ötzi“ weltbekannten Mannes aus dem Eis überdauerte die Jahrtausende und bot Wissenschaftlern einen interessanten Einblick in die Ernährungsgewohnheiten unserer Vorfahren.
Ötzi dürfte weit herumgekommen sein und sich auf seinen Wanderungen meist von selbst erlegten Wildtieren und Früchten ernährt haben – Pfeil und Bogen gehörten zu seiner Ausrüstung. Seine letzte Mahlzeit bestand aus Hirsch- und Steinbockfleisch, Gemüse und etwas Getreide. Stets auf der Reise ernährte sich Ötzi noch ähnlich wie die Menschen der Altsteinzeit, während seine sesshaften Zeitgenossen zunehmend Ackerbau nachgingen und deutlich mehr Kohlenhydrate in Form von Getreide aßen.
Aber lebten die Menschen als Jäger und Sammler denn gesünder? Schließlich standen in der Altsteinzeit viel Fleisch und Früchte auf dem Speiseplan; Kartoffeln und Reis wurden noch lange Zeit nicht angebaut, Getreide war weitgehend unbekannt.
Dies herauszufinden war das Ziel einer schwedischen Studie. Zehn übergewichtige Frauen ernährten sich fünf Wochen lang wie Höhlenmenschen von magerem Fleisch, Obst, Gemüse, Eiern und Nüssen. Verspürten sie nach den Essensrationen noch Hunger, durften sie ihren Speiseplan mit „Steinzeitgerichten“ ergänzen, solange die Anteile von Proteinen, Fett, Kohlenhydraten und ungesättigten Fettsäuren in einem konstanten „altsteinzeitlichen“ Verhältnis blieben.
Die Ergebnisse der Studie brachten die Wissenschaftler zum Staunen: Obwohl die Fettaufnahme seit Diätbeginn beinahe um das Doppelte gestiegen war, nahmen die Frauen fast fünf Kilo ab. Außerdem verringerte sich die Herzfrequenz, der Blutdruck sank etwas und die Steinzeitdiät wirkte sich positiv auf die Leberfunktion aus. Proteinreiche Kost steigert offenbar das Sättigungsgefühl und erhöht die Wärmeproduktion des Körpers, wodurch der Stoffwechsel angeregt wird.
Diese Erkenntnisse wurden von einer weiteren Studie an 45 adipösen Menschen mit Typ-2-Diabetes bestätigt. Auch diese ernährten sich monatelang von Steinzeitkost und konnten neben einem Gewichtsverlust auch eine verbesserte Stoffwechselregulierung bemerken, ohne dabei die Nieren zusätzlich zu belasten. Das hohe Protein-zu-Kohlenhydrate-Verhältnis wirkte sich vorteilhaft auf Herz und Kreislauf aus und regte die Gewichtsabnahme an.
Die Kalorienmenge spielt also eine kleinere Rolle als viele annehmen. Ungesättigte Fettsäuren, deren Anteil bei der Steinzeitdiät überdurchschnittlich hoch ist, wirken sich positiv auf die Leberfunktion und die Insulinsensitivität aus. Dadurch steigert sich der Fettabbau in der Leber beachtlich und man nimmt leichter ab.
Die seit der Jungsteinzeit übliche, kohlenhydratreiche Ernährung führt häufig zu hormoneller Imbalance und – bei dem heute üblichen Überangebot – weiter zu Übergewicht. Das Übergewicht stabilisiert wiederum die hormonelle Imbalance, sodass es zu einem Teufelskreis kommen kann.
Als regelmäßige Leserin meines Blogs wissen Sie, dass ich eine Ernährungsumstellung in Richtung Steinzeitdiät für jedenfalls sinnvoll halte! Nicht nur wegen des Gewichts, sondern, weil eine derartige Ernährung für den Menschen „artgerecht“ ist und sein Organismus besser funktioniert bzw. nicht so schnell altert, wie bei kohlenhydratreicher Ernährung.
Doch nicht immer kann das Idealgewicht alleine durch eine Umstellung auf eine „altsteinzeitliche“ Ernährung mit viel Fleisch, Fett, Obst und Gemüse, aber wenig Getreideprodukten oder anderen Kohlenhydraten erreicht werden. Oftmals besteht bei hartnäckigem Übergewicht auch aus anderen Gründen (z.B. durchgemachte Schilddrüsenentzündungen etc.) ein Ungleichgewicht der Hormone T3, T4, Östrogen etc., das mit bioidentischen Hormonen ausbalanciert werden kann. Bioidentische Hormone gleichen in ihrem Aufbau unseren menschlichen Hormonen.
Zu Beginn der ärztlich unterstützten Gewichtsabnahme erfolgt eine Analyse des hormonellen und gesundheitlichen Zustandes. Basierend darauf wird ein auf die individuellen Bedürfnisse maßgeschneiderter Behandlungsplan erstellt. Sobald die hormonelle Balance wiederhergestellt ist, fällt das Abnehmen mit Ernährungsumstellung und Training meist deutlich leichter. Typischerweise dauert ein Programm zur Gewichtsabnahme 3 bis 6 Zyklen (1 Zyklus = 28 Tage).

Störende diät- und trainingsresistente Problemzonen können vor der Gewichtsabnahme mittels Fettabsaugung mit Mikrokanülen gewebeschonend in örtlicher Betäubung geformt werden. Durch Reduktion östrogenproduzierender Fettpolster wird der Körper auf den kommenden „Fettabbau“ vorbereitet.
Darüber hinaus können Nahrungsergänzungen Prozesse im Körper anregen, die das Abnehmen fördern. So verhindert Weight Loss Phaseolin, das aus weißen Kidney-Bohnen hergestellt wird, die Aufnahme von Kohlenhydraten aus dem Darm. Über die nützliche Wirkung der Bohnen wussten übrigens Indianer bereits seit mehreren tausend Jahren bescheid.

Die Menschen der Steinzeit und Naturvölker verfügten über eine erstaunliche Menge an wertvollem Wissen zu Ernährung und Gesundheit. Wir haben einiges von Ötzi gelernt und inzwischen können wir den wissenschaftlichen Nachweis für viele Weisheiten unserer Vorfahren erbringen. Es liegt an uns, diesen Schatz an genialen Kenntnissen heute wiederzuentdecken und zum Wohle der Menschen einzusetzen, meint

Ihr DDr. Heinrich

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